Eheweg 6 – versöhnen

Gedanken der Malerin Jasmin Schön zu diesem Bild:versoehnen_JS

versöhnen…” Am unteren Bildrand sind zwei sich umarmende Figuren, darüber das Symbol für „Unendlichkeit“. Die liegende Acht, die für das auf und ab, die ewige Achterbahn steht und uns nicht nur in der Liebe sondern in vielen Bereichen begleitet, ein Leben lang.”

 

6. versöhnen…

Stolpern – fallen – aufstehen-
Den Schmerz zulassen – verzeihen – miteinander wachsen.
Wir gehen gemeinsam weiter. Ich nehme dich an, wie du bist.

Anregungen zum Ge(h)spräch:

• Wodurch haben wir, bei der Bewältigung eines Konfliktes eine Stärkung unserer Ehe erfahren?
• Wie schaffen wir es, dass Überstunden, Fernsehen, Vereine usw. nicht zu einer Flucht vor einem Konflikt    werden?
• Was für Versöhnungsritual haben wir?

„ Herr, wie oft muss ich vergeben? Siebenmal? Jesus sagte: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal (also unendlich). „ Mt. 18,21-22

Lebensbeispiel:
Ein Friedenszeichen, mit letzter Kraft!
Uff, das war ein Tag! In ziemlich angespannter Stimmung hatten mein Mann und ich vereinbart: Er macht die Küche sauber, und ich bringe die Kinder ins Bett. Und dann konnten wir uns auf den Rest des Abends freuen.
Ich übernahm also meinen Teil. Als die Kinder im Bett waren dachte ich „Jetzt kann der Rest unseres Abends beginnen!“ Ich kam zur Küche zurück und fand meinen Mann seelenruhig vor der Zeitung. Stinksauer hörte ich seine Beteuerungen, dass er die Dinge ohnehin noch machen wollte, und zog mich ärgerlich ins Badzimmer zurück. Mit einem halblauten „Gute Nacht“ ging ich ins Schlafzimmer und machte gleich finster.
Ich hatte mich noch auf einen Abend mit meinem Mann gefreut und nun war alles nichts. Langsam regte ich mich ab und dachte daran, dass es für ihn eine echte Entspannung ist, wenn er hinter seinen Zeitungen verschwinden kann. Wenig später kam er. Ganz leise. Er machte kein Licht mehr, sondern legte sich gleich hin. Stille.
Sollte ich ihm zeigen, dass ich noch wach war? Sollte ich ein Gespräch beginnen? Sollte er sich entschuldigen, oder etwa ich? Ich brachte es nicht über mich, etwas zu sagen. Aber etwas anderes brachte ich fertig, mit einiger Anstrengung: Im Dunkeln schob ich meine Hand zu ihm hinüber als Friedenszeichen. Ich suchte seine Hand und fand sie. Ich drückte sie kurz. Er verstand und sagte: „Wir reden morgen noch darüber, ja?“ Er klang sehr zärtlich. Ich spürte, wir haben einander vergeben, und das tat tief in der Seele drinnen gut.
Franz und Maria